Budapest ist eine der spannendsten Hauptstädte Europas und die einzige Hauptstadt weltweit, in der es derart viele Thermal- und Heilquellen gibt. Das schätzten schon die Römer vor etwa 2.000 Jahren. Heute bietet die Stadt fast 125 Thermalquellen und "ein Bad zu nehmen" ist Teil des täglichen Lebens in der quirligen Metropole. Es sind zwar keine römischen Bäder mehr erhalten, dafür stammen zahlreiche noch aus der türkischen Besatzungszeit im Mittelalter. Andere wiederum sind Wunder der Jugendstilarchitektur und des Art Déco. Dazu gibt es zahlreiche moderne Wellness-Tempel mit allem Komfort.
Bei so vielen Bädern ist die Auswahl nicht leicht und auch eine Frage des persönlichen Geschmackes. Die einen möchten vielleicht bloß ihren Kater loswerden, die anderen suchen nach Erleichterung körperlicher Leiden oder nach purer Wellness. Wir zeigen 7 Orte, wo es sich am schönsten baden, kuren und entspannen lässt.
Blick ins Innere
Der Aufbau der meisten Bäder in Budapest ist ähnlich. Es gibt eine Reihe von Thermalhallen, in denen die Temperaturen von warm bis heiß reichen. Darin befinden sich unterschiedliche Dampfbäder, Saunen, eiskalte Tauchbecken und Massagezimmer. Einige der Thermalbäder verfügen auch über Außenpools mit schönen Springbrunnen und angenehmen Whirlpools. Aufgrund des warmen Thermalwassers sind auch allerhand Bäder ganzjährig geöffnet.
Der langen Tradition folgend sind einige der Bäder, abhängig von Zeit und Wochentag, nur für Männer oder Frauen geöffnet. Es gibt jedoch zunehmend gemischte Tage und einige sind immer gemischt. Zu ihnen gehören beispielsweise die Széchenyi-Bäder im Stadtpark. In manchen der Thermalbäder tragen die Herren an reinen Männerbadetagen noch einfache Lendenschurze, die von einer Kordel gehalten werden. Allmählich setzen sich Badehosen allerdings auch bei der traditionsbewussten älteren Generation durch. An gemischten Badetagen müssen alle richtige Badebekleidung tragen.
Wer keinen Badeanzug dabei hat, kann einen leihen. In einigen Pools gibt es noch Badekappenpflicht. Auch diese können ausgeliehen werden, die Einweg-Duschhaube aus dem Hotel wird jedoch zumeist auch akzeptiert. Auch Handtücher kann man ausleihen, allerdings sind sie ziemlich klein. Wer also gern mit mehr als einem Feigenblatt bekleidet sein möchte, bringt besser ein eigenes Saunatuch mit.
Die Thermalbäder Budapests sind auch für ihre breite Palette an medizinischen Behandlungen und Wellness-Dienstleistungen berühmt. Auch hier locken die günstigen Preise für Massagen, Pediküren oder Specials wie beispielsweise ein wohliges Rotweinbad.
1. Rudas Bad
Das beliebte Rudas-Bad wurde im 16. Jahrhundert unter der türkischen Herrschaft erbaut. Sein achteckiger Pool ist unter der Woche meist für Männer reserviert, nur dienstags baden Frauen. Am Wochenende lädt das Nachtbad Männer wie Frauen zum gemischten Badeerlebnis ein. Highlight: Es ist das berühmteste der türkischen Bäder Budapests.
2. Gellért-Bad
Das beeindruckende Jugendstil-Bad, das heute sowohl für Männer als auch für Frauen zugänglich ist, verfügt über das schönste Hallenbad der Stadt. Highlight: Es fühlt sich an, wie in einer Kathedrale zu baden.
Das prachtvolle Ambiente mit hohen Decken, verzierten Säulen und farbigen Mosaiken verleiht dem Bad eine fast sakrale Stimmung. Schon beim Eintreten entfaltet sich eine Atmosphäre von Ruhe und Eleganz, die Badegäste sofort in ihren Bann zieht. Kein Wunder, dass es zu den beliebtesten Thermalbädern Budapests zählt und Besucher immer wieder ins Schwärmen geraten.
3. Széchenyi-Bäder
Die architektonisch beeindruckenden Széchenyi-Bäder aus dem Jahr 1909 verfügen über 15 Thermalbecken und drei Schwimmbäder. Sie bilden damit den größten Badekomplex Europas und stehen im idyllischen Stadtwäldchen von Budapest. Die Wassertemperatur beträgt bis zu 38 Grad Celsius.
Highlight: Badespaß in einem Märchenschloss.
4. Veli Bej-Bad
Dieses ehrwürdige türkische Bad aus dem 15. Jahrhundert wurde 2011 renoviert und verfügt über fünf Thermalbecken und originale Tonrohre, die das Wasser hereinleiten. Highlight: Hier wurde gekonnt Altes und Neues verbunden.
Das gedämpfte Licht unter der Kuppel und die dicken Steinmauern versetzen Besucher in längst vergangene Zeiten. Gleichzeitig sorgen moderne Wellnessbereiche und komfortable Einrichtungen dafür, dass es an nichts fehlt. So entsteht ein einzigartiges Badeerlebnis, das Geschichte und Gegenwart auf harmonische Weise verbindet.
5. Király-Bad
Das ehrwürdige osmanische Király-Bad aus dem 16. Jahrhundert bleibt bis auf Weiteres geschlossen, da es derzeit für eine umfassende und denkmalgerechte Renovierung vorbereitet wird. Archäologische Untersuchungen finden statt, und es liegen durchdachte Pläne vor, die historische Osmanische Architektur im Zusammenspiel mit barocken und klassizistischen Elementen zu bewahren und gleichzeitig behutsam zu modernisieren.
6. Lukács-Thermalbad
Das Wasser der Lukács-Bäder soll fast alles heilen - von Rückenbeschwerden bis hin zum Kalziummangel. Es gibt eine Salzkammer speziell für Patienten mit Allergien und Asthma. Für alle Wasseranwendungen steht eine fachärztliche Betreuung zur Verfügung. Das Thermal- und Schwimmbad im neoklassizistischen Stil wurde im Jahre 1842 errichtet und genießt seitdem einen internationalen Ruf als Heilbad. Highlight: Wer hier badet, fühlt sich in die Zeit der reichen Wiener Gesellschaft zurückversetzt, die sich hier einen aufwendigen Kuraufenthalt gegönnt haben.
7. Danubius Health Spa Margitsziget
In diesem modernen Wellnesstempel auf der Margareteninsel sind Hotel und Spa kombiniert. Die Einrichtungen wirken gemessen an den historischen Bädern ein bisschen seelenlos. Aber das moderne Spa hat auch durchaus seine Fans mit unzähligen Gesundheits- und Wellnessanwendungen. Hier kann man sich einfach rundum verwöhnen lassen.